Experten informieren über Stuhlinkontinenz

Bitte wo am Po?- Informationstag der Chirurgen im Forum M gut besucht

Prof. Kasperk erläutert die Anatomie des Enddarms
Die Referenten Dr. Niepmann, Dr. Kobella und Chefarzt Prof. Kasperk (v.l.n.r.)
Pflegeexpertin Eileen Gürtler (l.) im Gespräch
Frau Dr. Helten und Prof. Kasperk stehen den Zuhörern Rede und Antwort

Informationstag der Chirurgischen Klinik am Luisenhospital im Forum M weckt breites Interesse. Von Ursachen über Diagnose bis hin zu Therapieoptionen wird das Thema rund um Stuhlinkontinenz vielfältig beleuchtet.


Bitte wo am Po? Mit diesem Titel ist es Chefarzt der Chirurgischen Klinik Prof. Dr. Reinhard Kasperk gelungen, die Aufmerksamkeit für das Thema Stuhlinkontinenz zu gewinnen. Rund 70 Zuhörer fassten das Forum M, während Professor Kasperk in leicht verständlicher Sprache die Anatomie des Verdauungstraktes, die des Beckenbodens und die Definition von Kontinenz skizzierte. Das weit verbreitete Hämorrhoidalleiden erklärte Dr. Niepmann, leitender Oberarzt der Klinik. „Man muss unterscheiden, zwischen Hämorriden und Hämorrhoidalleiden. Hämorrhoiden habe auch ich“, verdeutlicht er denn Unterschied. „Doch wenn es juckt, brennt oder nässt, dann sollten Sie sich in die Hände eines Proktologen begeben“, rät der Mediziner zur rechtzeitigen Behandlung. Welche Ursachen gibt es für die Inkontinenz? Dr. med. Stefan Kobella, Proktologe, fokussierte die Schließmuskelschwäche und beschreibt, was den Patienten in der Sprechstunde erwartet. Wichtig ist eine objektive Diagnose. „Führen Sie ein Stuhltagebuch. Das ist ein geringer Aufwand, aber ein wichtiger Hinweis für den behandelnden Arzt“, gibt er den Zuhörern praktische Tipps. Physiotherapeutin Ute Born erklärte die richtige Haltung auf dem stillen Örtchen, Medizintechniker Udo Assing und Tanja Ristof stellten die Hilfsmittel für den Alltag vor. Denn einer der schlimmsten Folgen von Stuhlinkontinenz sei die soziale Isolation, berichtet Kobella aus der Erfahrung mit Patienten. „Das sind manche Hilfsmittel sehr praktisch“, rät er dazu, sich Unterstützung zu holen. Und diese sind bei der begleitenden Industrieausstellung auch zum Anfassen direkt vor Ort: Analtampons, Darmspülsysteme, und Geräte, die die Wahrnehmung und Sensibilisierung für eigene Körperfunktionen fördern, ziehen das Interesse der Beteiligten auf sich.
Auch eine Form von Kontinenzproblemen ist genau das Gegenteil: Stuhlentleerungsprobleme. Dr. Elke Helten, Proktologin der Chirurgischen Klinik, zeigt, was normal ist und wann man sich Sorgen machen muss. „Ihre Mitarbeit und Geduld sind sehr wichtig“, spricht Sie die Zuhörer direkt an „denn was über Jahre gekommen ist, lässt sich auch nicht einfach wegzaubern“. Alltagsprozesse sollten neu überdacht werden, so Helten. „Ernährung, Trinkverhalten und Bewegung sind wichtige Bausteine, mit der wir unsere Verdauung beeinflussen können“.
Wenn nichts mehr hilft, dann kommen auch operative Maßnahmen in Betracht. Dr. med. Elke Helten beschreibt, wann das Skalpell eine Therapieoption sein kann und welche Möglichkeiten bestehen.
„Ich fand es war eine sehr informative Veranstaltung, die für mich persönlich sehr aufschlussreich war“, lobt Mareike Meier, Zuhörerin, den Informationstag. Auch die Ärzte zeigten sich zufrieden „Mit so viel Resonanz habe ich nicht gerechnet. Obwohl das Thema mit Scham besetzt ist, war ein deutliches Interesse vorhanden“, freut sich Dr. med. Stefan Kobella über die gut besuchte Veranstaltung.
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