Historisches

Die Namensgeberin Königin Luise von Preußen
10. März 1776 – 19. Juli 1810

Als Tochter von Prinz Karl von Mecklenburg-Strelitz und seiner Frau, Friederike von Hessen-Darmstadt, wurde Luise am 10. März 1776 als drittes von insgesamt sechs Kindern geboren. Auch die wohlklingenden Namen für das Neugeborene, Auguste Wilhelmine Amalie Luise konnten über eine gewisse Enttäuschung nicht hinweghelfen, dass es wieder "nur" ein Mädchen war. Keiner konnte damals voraussehen, welche Persönlichkeit, die später in die Geschichte eingehen sollte, hier heranwuchs.

Zu dieser Zeit war Luises Vater kurfürstlicher Feldmarschall der hannoverschen Haustruppen König Georgs III. von Großbritannien; Luise kam also in Hannover auf die Welt. "Jungfer Husch" und "unsre tolle Luise", wie man Luise nannte, war ein übermütiges Kind und galt als die wildeste unter den vier Schwestern. Sie soll trotzig, schnippisch, eigensinnig und hemmungslos gewesen sein. Doch sie wuchs zu einer jungen Frau heran, von deren Persönlichkeit ihr zukünftiger Schwiegervater, König Friedrich Wilhelm II., bei ihrem ersten Treffen in Frankfurt derart beeindruckt gewesen sein muss, dass er bei den Eltern für seinen Sohn um Luise warb.

Im März 1793 hielt Kronprinz Friedrich Wilhelm III. um Luises Hand an; die Hochzeit wurde am 22. Dezember 1793 in Potsdam gefeiert. Als Friedrich Wilhelm III., erst 28 Jahre alt, 1797 die Nachfolge seines Vaters antrat, wurde Luise Königin von Preußen.Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise waren ein Herrscherpaar, welches das höfische Gepränge nicht liebte, sich eher zurückzog und auf das Familiäre und Häusliche beschränkte. So liebten sie auch vor allem das nordwestlich von Potsdam gelegene Gut Paretz, auf dem sie ein einfaches, kaum Schloss zu nennendes Landhaus erbauten.

Eine weitere Besonderheit zeichnete das Königspaar aus: Es herrschte eine seltene Eintracht zwischen den beiden; Luise begleitete ihren Mann auf zahlreichen Reisen durch das Land, die dieser aus politischen Gründen, um sich bei seinen Truppen zu zeigen und die Verbundenheit mit den Untertanen zu demonstrieren, unternahm. Eine bessere Unterstützung als die der Königin hätte Friedrich Wilhelm III. dabei nicht finden können, denn Königin Luise gewann durch ihre persönliche Ausstrahlung, durch zuwendende Äußerungen und durch spontane Gesten hohe Achtung beim Volke und erfreute sich großer Beliebtheit und Verehrung.

Diese Zuwendung gegenüber Jedermann – vorgelebt durch die Namenspatronin – ist es, die den Geist eines Hauses wie des Luisenhospitals auch in heutiger Zeit beflügeln soll. So waren die Gründerväter im Jahre 1867 im Nachhinein nicht unglücklich, auf ihre Bitte an König Wilhelm I., das Haus zu Ehren der deutschen Königin Augusta-Hospital zu nennen, einen abschlägigen Bescheid erhalten zu haben. Von Seiten des Hofes wurde mitgeteilt, dass die Königin nur für solche Häuser als Namensgeberin zur Verfügung stehe, auf die sie auch Einfluss nehmen könne und dies sei wegen der Entfernung zwischen Berlin und Aachen schlecht möglich. Stattdessen erging die Empfehlung, die Mutter des Königs Wilhelm I. von Preußen, nämlich Königin Luise von Preußen, als Namenspatronin zu wählen.

Für heutige Verhältnisse kaum vorstellbar, gebar Königin Luise in den nur 34 Jahren ihres kurzen Lebens 10 Kinder. Das erste im Jahre 1794 wurde tot geboren, dann folgten insgesamt fünf Söhne und vier Töchter. Unter den Söhnen waren die Thronfolger Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861; 1840 König von Preußen) und Wilhelm I. (1797-1888; 1861 König von Preußen, 1871 deutscher Kaiser). Die 1798 geborene Tochter Charlotte ging als Zarin Alexandra Feodorowna und Frau von Nikolaus I. von Russland in die Geschichte ein. Der jüngste Sohn von Königin Luise, Karl Albrecht, wurde 1809, also ein Jahr vor Luises Tod, geboren. Als ob Königin Luise ihr Schicksal erahnt hätte, bat sie ihren Mann, ihren Vater in Neustrelitz besuchen zu dürfen und reiste im Juni 1810 überaus glücklich, ihre Heimat wiederzusehen, dorthin. An einer Lungenentzündung und körperlicher Erschöpfung verstarb sie dort am 19. Juli im Beisein ihres Mannes und ihrer beiden älteren Söhne.