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Endometriose

Definition:

Endometriose ist eine chronische Erkrankung von Frauen während der geschlechtsreifen Zeit, bei der Gewebe, ähnlich der Gebärmutterschleimhaut, außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt.

Wie es zu dieser "verirrten" Schleimhautabsiedelung kommt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine gängige Theorie ist die Verschleppung von Gebärmutterschleimhaut über die Eileiter in den Bauchraum im Rahmen der Periode. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe anderer Überlegungen zur Entstehung der Endometriose.

Auch Vererbung und andere genetische Veranlagungen können eine Rolle spielen.

Meist ist die unmittelbare Umgebung der Gebärmutter betroffen, insbesondere das Bauchfell im Unterbauch, die Haltebänder der Gebärmutter, die Eierstöcke, sowie öfter auch angrenzende Organe wie Blasen- und Darmwand. Auch der obere Teil der Scheide sowie die Gebärmuttermuskulatur selbst können befallen sein.

Die Endometriose unterliegt denselben hormonellen Einflüssen wie die Gebärmutterschleimhaut, sodass es während der Periode auch zu Blutungen in die befallenen Stellen kommt. Dies führt insbesondere am Bauchfell oft zu starken Schmerzen, sowie im Laufe der Zeit zu Vernarbungen und Verklebungen verschiedener Organe miteinander.

Hierin kann unter anderem ein Grund für ungewollte Kinderlosigkeit liegen.

Wenn Endometriose am Darm oder der Blase vorkommt, können krampfartige Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang während der Periode die Folge sein. Bei durchgewachsener Endometriose kann es sogar zu Blut im Urin oder Stuhl kommen.

Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können durch Endometriose ausgelöst werden.

An den Eierstöcken entstehen oft die sogenannten Schokoladenzysten, mit altem eingedickten bräunlichem Blut gefüllte Hohlräume.

Nicht immer verursacht die Endometriose typische Beschwerden, so dass sie oft gar nicht entdeckt wird.

Allerdings dauert es auch bei Frauen, die jeden Monat unter starken Schmerzen leiden, im Schnitt bis zu sieben Jahren, bis die Erkrankung diagnostiziert wird.

Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch liegt in 30 bis 40 Prozent eine Endometriose zu Grunde.

Bei Verdacht auf Endometriose kann eine gezielte Befragung manchmal Hinweise auf die Lokalisation der Endometrioseherde geben. Zusätzlich helfen die gynäkologische Untersuchung, der vaginale Ultraschall und in speziellen Fällen auch die Kernspin-Untersuchung.

Ein sicherer Nachweis ist aber nur durch eine Bauchspiegelung ( Laparoskopie ) zu erbringen.

 

Meist kann im Rahmen dieser "Schlüsselloch-Operation" nicht nur die Diagnose gestellt, sondern auch die Erkrankung durch Herausschneiden oder Zerstören des Endometriosegewebes behandelt werden.

Bei sehr ausgeprägtem Befall ( z.B. Darm und Blase ) müssen die Operationen auch unter Mitwirkung von Chirurgen oder Urologen durchgeführt werden.

Oft kommt es durch diese Therapie zu einem deutlichen Rückgang der Beschwerden und auch die Schwangerschaftsrate verbessert sich.

Nach der Operation wird häufig eine medikamentöse Behandlung mit Gelbkörperhormonen oder der Pille, oft durchgehend eingenommen, durchgeführt, um das Wiederkehren der Erkrankung so lange wie möglich aufzuhalten.

Gerade die schweren Formen der Endometriose können wieder auftreten. Nur eine konsequente Therapie bietet hier Aussicht auf eine dauerhafte Heilung. Mit Beginn der Wechseljahre kommt die Endometriose jedoch meist zur Ruhe.

Der Erkrankung vorzubeugen, ist nach dem heutigen Wissensstand nicht möglich. Frauen können jedoch selbst dazu beitragen, dass die Diagnose früher erfolgt, als dies oft Fall ist. Damit lassen sich die Heilungsaussichten deutlich verbessern. Dazu gehört unter anderem, dass Schmerzen, die sich in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus verstärken und abschwächen, nicht einfach hingenommen werden. Zwar treten häufig Menstruationsschmerzen auf, die nicht durch eine Endometriose bedingt sind. Doch wenn man an sich eine Verstärkung der Menstruationsschmerzen beobachtet, dann sollte auch an eine Endometriose gedacht werden. Der behandelnde Frauenarzt sollte deswegen frühzeitig zu Rate gezogen und auf die Beschwerden angesprochen werden.

Er wird Sie dann unter Umständen an eine spezialisierte Klinik weiterleiten, in der, wie bei uns, die Endometriose in allen Schweregraden kompetent behandelt werden kann.

Nach einer ausgedehnten Operation ist oft eine Anschlussheilbehandlung angezeigt, in deren Rahmen die Patientinnen auch alternative Methoden kennen-lernen, mit deren Hilfe Verkrampfungen, Verspannungen und narbenbedingte Schmerzen gelindert werden können.

Obwohl die Endometriose ein chronisches Leiden ist, kann vielen Frauen durch die verschiedenen Therapiemöglichkeiten ein beschwerdefreies Leben oder die Erfüllung des Kinderwunsches ermöglicht werden.

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