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Frau Gabriele Zdiarstek

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Knorpelchirurgie

Hyaliner Knorpel – unverzichtbarer Bestandteil unserer Gelenke

IHyaliner Knorpel – unverzichtbarer Bestandteil unserer Gelenke
Im Gelenk ist der Knochen mit einer Knorpelschicht überzogen, die durch ihren einzigartigen Aufbau ein nahezu reibungsfreien Bewegungsablauf und auch Pufferung bewirkt.
Knorpelschäden führen daher häufig zu Schmerzen. Nehmen die Knorpelschäden immer weiter zu, so führt das zum Verschleiß des Gelenkes, zur Gelenkarthrose. Früher ließ sich dieser Verlauf kaum aufhalten. Dies liegt daran, dass der Gelenkknorpel einzigartige biomechanische Eigenschaften aufweist. Es gibt bis heute keinen künstlichen Werkstoff, dessen  Reibung, Steifheit und auch der Elastizität mit diesem vergleichbar wäre. Der hyaline Knorpel besteht in erster Linie aus der sogenannten Matrix aus Kollagenfasern, Aggrekan und Wasser. Lediglich 1 bis 3 % seines Volumens wird durch die Knorpelzellen selbst gebildet. Der Aufbau der Matrix erzeugt eine hohe Druckstabilität bei gleichzeitig guter Elastizität, was die gute Pufferung bewirkt.
Knorpelschäden führen aufgrund der fehlenden Pufferung zu Schmerzen und Fortschreiten des Gelenkverschleißes. Da der Gelenkknorpel des Erwachsenen keine direkte Blut- oder Nervenversorgung besitzt, hat er nach Verletzungen oder krankheitsbedingten Veränderungen nur ein sehr eingeschränktes Selbstheilungsvermögen. Das führt zu dem großen Problem: Gelenkknorpel kann nicht nachwachsen. In den letzten Jahren wurden Verfahren entwickelt, die den Patienten mit Knorpelschäden Hoffnung auf eine Verbesserung der Beschwerden bis hin zur Heilung geben.
Wir geben Ihnen einen Überblick über die derzeit aktuellen Verfahren:

Mikrofrakturierung/Nanofrakturierung

  • Hier wird der unter dem Knorpeldefekt liegende Knochen mit kleinen Meißeln aufgebrochen oder aufgebohrt. Durch die Öffnung können Blut, Knochenmark- und Stammzellen in den Defekt eintreten und diesen mit einem Narbengewebe auffüllen. Es entsteht ein sogenannter Faser- oder Ersatzknorpel. Dieser Ersatzknorpel unterscheidet sich jedoch biologisch und feingeweblich wesentlich von dem ursprünglichen Gelenkknorpel. Er ist z.B. bei weitem nicht so belastbar. Aus diesem Grunde sollte eine Mikrofrakturierung oder auch eine Nanofrakturierung nur bei kleinen Knorpeldefekten erfolgen. Der Vorteil dieser Behandlung liegt in erster Linie darin, dass sie arthroskopisch und sofort durchgeführt werden kann und auch die Nachbehandlung sich auf wenigeWochen/Monate beschränkt


Autologe osteochondrale Zylindertransplantation (OATS, OCT, Mosaikplastik)

  • Dies ist ein Verfahren, in dem Knorpel/ Knochenzylinder aus einem weniger belasteten Gelenkanteil entnommen und in den Defektbereich eingebracht werden. Dadurch kann ein großer Teil des Defekts mit hyalinem Gelenkknorpel gedeckt werden. Werden mehrere Zylinder verwendet bildet sich in den Lücken zwischen den Zylindern der wenig belastbare Faserknorpel aus, so dass ein Mischknorpelgewebe entsteht. Durch die Notwendigkeit aus nicht belasteten Bereichen Knorpel-Knochenstanzen zu entnehmen, ist auch diese Behandlung auf kleinere Defekte begrenzt. Entnimmt man zu viele Spenderzylinder zur Defektdeckung, können die Knorpeldefekte an der Entnahmestelle dort zu einer schmerzhaften Arthrose führen. Man spricht dann von einer „Entnahmemorbidität“.

Knorpelzelltransplantation (ACT – Autologe Chondrozyten Transplantation)

  • Die ACT bietet als einziges Verfahren die Möglichkeit, auch größere Defektflächen biologisch zu rekonstruieren, ohne dabei das Risiko einer erheblichen Entnahmemorbidität einzugehen. Hierbei wird aus einem nicht tragenden Gelenkbereich eine kleine Menge Knorpel im Rahmen einer Gelenkspiegelung (= Arthroskopie) entnommen.
  • Aus dem entnommenen Knorpel wird durch Speziallabore die Knorpelzellen vorsichtig herausgelöst und in einer Zellkultur auf mehrere Millionen Zellen vermehrt. Ist erforderliche Zellzahl erreicht, werden die Zellen in ein Trägermaterial aus Kollagen wieder eingebracht. Dort beginnen die Zellen wieder mit der Produktion der Knorpelgrundsubstanz, der Matrix. Das so entstehende Transplantat ist nach 3 Wochen zur Rücktransplantation bereit. Das zerstörte Knorpelgewebe wird entfernt und durch das Transplantat ersetzt.
  • Die Nachbehandlung am Beispiel des Kniegelenkes ist hier wesentlich langwieriger und erstreckt sich mit einem Verbot von Risiko- oder Kontaktsportarten auf ein Jahr, gibt aber dem Knorpelschaden die Chance auf eine ‚Heilung‘:
    - Bei Defekten an der Oberschenkelrolle sollten 24 Stunden Bettruhe nach der Operation eingehalten werden. Für insgesamt 6 Wochen darf das betroffene Bein nur mit maximal 20 kg teilbelastet werden. Danach soll die Belastung alle 14 Tage um 20 kg gesteigert werden. Bis zur Vollbelastung können also gut 12 Wochen vergehen. Danach sind leichte sportliche Belastungen wie Schwimmen, Fahrradfahren und Wandern erlaubt. Ein Jahr lang dürfen keine Sprung- und Laufsportarten durchgeführt werden.
    - Bei Defekten an der Kniescheibe bzw. deren Gleitlager darf das Bein nach der Operation und 24 stündiger Bettruhe sofort voll belastet werden. Allerdings wird für 10 Wochen eine Schiene getragen, die die Beugung des Kniegelenks auf 50° begrenzt. Danach wird die Beugung alle 14 Tage um 20° erhöht. Ein Jahr lang sollten keine Risiko- und Kontaktsportarten durchgeführt werden.

Das Knorpelkompetenzzentrum der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Luisenhospital beschäftigt sich seit Jahren mit innovativen Therapieverfahren, gerade im Bereich der Knorpelzelltransplantation. Aber auch alle anderen Verfahren werden in großer Zahl angewendet. Sind zusätzlich andere gelenkchirurgische Eingriffe erforderlich, sei es eine Begradigung der Beinachse oder der Ersatz der Kreuzbänder geschieht das hier aus einer Hand. Um mit dazu beizutragen, die Knorpeltherapien in ganz Deutschland immer weiter zu verbessern, nehmen wir am Knorpelregister der DGOU teil.
Die radiologische Klinik unterstützt uns in der Diagnostik mit modernen bildgebenden Verfahren wie MRT, Computertomografie, etc.
Bei komplexen Nachbehandlungen verfügen wir als einziges Krankenhaus im Umkreis über eine „Alter-G-Laufband“, bei dem die Gelenkbelastung auf dem Laufband um bis zu 90 % gesenkt werden kann.

Das Knorpelkompetenzzentrum besteht aus einem gemeinsamen Team der Ärzte des Luisenhospitals unter Chefarzt Dr. Fridtjof Trommer und PD Dr. Stefan Andereya (Praxis Ortho.AC), der federführend für das DKOU-Knorpelregister zuständig ist.
Die Auswahl der richtigen Therapiewahl, ob konservativ oder operativ, setzt eine ausführliche Untersuchung und Beratung voraus und ist immer hochindividuell. Wir haben daher speziell für Patienten mit Knorpelschäden eine eigene Sprechstunde. Hier nehmen wir uns ausreichend Zeit, die Problematik zu analysieren und eine Therapieempfehlung zu geben.

Termine für die Knorpelsprechstunde (montags und mittwochs am Nachmittag) erhalten Sie unter 0241 414-2121. Sehr gerne können Sie uns auch per E-Mail unter Knorpelzentrum@luisenhospital.de kontaktieren. Wir rufen dann gerne zurück. Einen Termin in der Knorpelsprechstunde der Praxis Ortho.AC erhalten Sie unter 0241 414-6789.


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