Wir haben jetzt einen Hybrid-OP!

Meldung  |  08.05.2019

Jetzt haben wir das Wunderwerk der Technik offiziell vorgestellt. Was ist der Vorteil von einem Hybrid OP? Das lesen Sie hier.

 „Mit der heutigen Eröffnung unseres neuen Hybrid-Operationssaals ergeben sich für unsere Ärzte völlig neue Behandlungsmöglichkeiten, von denen vor allem die Patienten unserer Gefäßchirurgie und Orthopädie sowie Unfallchirurgie profitieren werden. Der Hybrid-OP erlaubt es den Chirurgen, noch präziser als bisher zu arbeiten“, betonen die Vorstände des Luisenhospitals, Ralf Wenzel und Marco Plum. Im Hybrid-Operationssaal sind bildgebende Diagnostik und chirurgische Therapie in einem Raum vereint. Anders als bei konventionellen OP-Sälen, in denen ein mobiler C-Bogen gelegentlich zur intraoperativen Bildgebung genutzt wird, sind CT- oder auch MRT-Systeme im Hybrid-OP fester Bestandteil der Raumarchitektur. Der neue OP-Saal des Luisenhospitals ist mit einer roboterarm-gesteuerten Angiographie- und Navigationsanlage ausgestattet. Mit dieser innovativen Technologie können vor, während und direkt nach einem Eingriff exakte 3D-Röntgenaufnahmen gemacht werden. Diese kommt besonders bei Operationen der Gefäßchirurgen zum Einsatz: Sie liefert hochauflösende Bildsequenzen mit Darstellung selbst kleinster Blutgefäße. „Die Erkennbarkeit und Erreichbarkeit dieser Strukturen mit Drähten und Kathetern ist hiermit um bis zu 70 Prozent größer als mit herkömmlichen Röntgengeräten“, betont Dr. Ulrich Radtke, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie. „Das erweitert die Möglichkeiten enorm und bedeutet einen Quantensprung für die Behandlung“, erklärt der Chefarzt. „Bereiche, die zuvor nur schwer zugänglich waren, können wir jetzt ebenfalls minimalinvasiv operieren.“ Im Vergleich zur Arbeit mit einem mobilen C-Bogen seien auch die Eingriffszeiten kürzer, wovon der Patient unter anderem durch kürzere Narkosezeiten profitiere. Auch präoperative Diagnostik lasse sich einsparen. „Mit dieser Technik wird sowohl die Strahlenbelastung als auch die Kontrastmittelgabe drastisch reduziert“, betont Dr. Radtke die Vorteile für den Patienten und den Anwender. Insbesondere für die Wirbelsäulen- und Beckenchirurgie sowie in der Versorgung von komplizierten Frakturen ist die Technik eine enorme Unterstützung. „So kann der Patient optimal und ohne Veränderung der Körperposition versorgt werden“, erläutert Dr. Fridtjof Trommer, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Luisenhospital. „Das Operieren damit ist schneller, effizienter, sicherer und schonender für die Patienten“, bringt er die Vorteile auf den Punkt. Durch den Roboterarm kann die Anlage flexibel um den Patienten positioniert werden, so dass innere Organe leichter und von allen Seiten betrachtet werden können — ohne dabei die behandelnden Ärzte zu behindern. „Die präzisen Darstellungsmöglichkeiten bieten eine erhöhte zusätzliche Sicherheit für die behandelnden Ärzte und damit auch für den Patienten während des Eingriffs“, betont Dr. Wolfram Reeker, Ärztlicher Direktor im Luisenhospital und Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin. Eingebettet in Maßnahmenkonzept Seit der spektakulären Anlieferung im Sommer letzten Jahres, bei der die modular aufgebauten Operationssäle in Containern durch die Luft schwebten, galt es bis zur Inbetriebnahme noch einige Hürden zu nehmen: Der OP-Saal wurde an die bestehende Infrastruktur angeschlossen, wodurch ein begleitendes Maßnahmenpaket nötig war. Zunächst musste u. a. die Niederspannungshauptverteilung erweitert werden, ebenso wie die Notstromversorgung. Durch den Ausbau der OP-Kapazitäten modernisierte das Luisenhospital gleichzeitig den Aufwachraum und erhöhte die Bettenanzahl auf 14. Im Februar feierte das Haus die Einweihung. Zudem wird derzeit die Intensivstation erweitert. Dank einer Ständerkonstruktion konnten die Container auf der passenden Höhe an das Haus angeschlossen werden. „Durch diesen innovativen Aufbau haben wir auch die Bauzeiten verkürzt und die Belastung für Patienten und Mitarbeiter so gering wie möglich gehalten“, betont Marco Plum. Die Gestaltung der zukünftigen Arbeitsplätze wurde ebenfalls besonders bedacht: „Wir haben bewusst nicht auf Fenster verzichtet. Geringere Strahlenbelastung, optimale Belüftung, sehr hohe Sicherheitsstandards und das Arbeiten bei Tageslicht machen den Raum besonders attraktiv für unsere Mitarbeiter“, ergänzt er. Steigende Operationszahlen Mit den zwei neuen Operationssälen verfügt das Luisenhospital insgesamt über elf Operationssäle. Und die werden nach Meinung von Vorstandsvorsitzenden Ralf Wenzel auch dringend gebraucht. Die Anzahl der Operationen ist in den vergangenen 15 Jahren auch am Luisenhospital drastisch gestiegen. Waren es 2002 noch 7.000 Operationen, wurden im vergangenen Jahr bereits 15. 000 Eingriffe durchgeführt. Luisenhospital im Wandel – weitere Baumaßnahmen erfolgreich abgeschlossen Die Erweiterung des Zentral OPs ist ein Teil von umfassenden Modernisierungsmaßnahmen. In der Klinik für Radiologie wurde Anfang dieses Jahres beispielsweise ein neuer strahlungsarmer, schneller und sehr leiser Magnetresonanz-Tomograph (MRT) in Betrieb genommen. Ebenfalls seit Anfang dieses Jahres wird das Luisenhospital über ein eigenes Blockheizkraftwerk versorgt. Neu und modern präsentiert sich das Gesundheitszentrum Treffpunkt Luise mit seinem umfangreichen Gesundheitsprogramm und Kursen. Anmeldung und Verwaltung sowie drei klimatisierte, großzügige Kursräume sind in der Weberstraße 6 entstanden. „Mit unseren Investitionen verbessern wir das Angebot zum Wohle unserer Patienten und unserer engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir werden mit diesen Innovationen wiederum unserem Anspruch von Tradition und Moderne gerecht“, betont Aufsichtsratsvorsitzender Christian Schoeller.