Gefäßchirurgie

Die Brust-/Bauchschlagader (Aorta)

Der Weg ist das Ziel

Untersuchungen von Brust- und Bauchschlagader (Aorta)durch hochauflösenden Ultraschall und andere bildgebende Verfahren (CT, Kernspintomographie)  bilden einen Schwerpunkt in unserer täglichen Sprechstunde, um Veränderungen im Sinne einer Gefäßaufweitung (=Aneurysma) bzw. Verengung (=Stenose) rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Die meisten Aneurysmen an der Bauchschlagader werden durch Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) hervorgerufen. Aktive und frühere Raucher sind besonders gefährdet, auch erbliche Veranlagungen werden häufiger beobachtet

Fünf von 100 Männern über 65 Jahre haben eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader, die eine engmaschige Kontrolle oder sogar eine umgehende Behandlung erforderlich machen. Frauen sind deutlich seltener betroffen, sollten aber bei Vorliegen von Risikofaktoren ebenfalls untersucht werden.

Der normale Durchmesser der Bauchschlagader beträgt bei Männern zwischen 2,0 und 2,5 cm, bei Frauen etwas weniger. Hat die Bauchschlagader einen Durchmesser von 5,0 cm erreicht, besteht Handlungsbedarf – entweder endovaskulär oder operativ - um ein Platzen der Schlagader mit der Folge einer inneren Verblutung zu vermeiden.

Die Behandlungsmöglichkeiten an der Brust- und Bauchschlagader haben sich in den zurückliegenden Jahren durch die sogenannten endovaskulären Verfahren erfreulicherweise deutlich verbessert. Dieser schonende Eingriff erfolgt über die Leistenschlagader, indem eine drahtverstärkte Gefäßprothese unter Röntgen-durchleuchtung in das Aneurysma eingebracht wird – diese heute sehr sicheren Behandlungsverfahren erfordern keinen Bauchschnitt, so dass nach dem Eingriff eine intensiv-medizinische Betreuung in aller Regel nicht notwendig ist. Hiervon profitieren gerade ältere und vorerkrankte Patienten in erheblichem Maße. Der Krankenhausaufenthalt nach einem solchen Eingriff dauert nur 5 Tage.

Mittlerweile beträgt der Anteil der auf diese Art und Weise behandelten Patienten etwa 80 %. In den übrigen Fällen kommen offen operative Verfahren zum Einsatz, die in unserer Klinik ebenfalls mit großer Routine und kurzen Operationszeiten durchgeführt werden. Durch eine stetige Weiterentwicklung endovaskulärer Gefäßprothesen sind wir heute in der Lage, auch komplexe Gefäßveränderungen auf „kleinem Wege“ zu behandeln. Sowohl Einengungen bzw. kurze Verschlüsse der Hauptschlagader lassen sich in den meisten Fällen ebenfalls„minimal invasiv“ durch Aufdehnung und/oder Stenteinbringung behandeln, operative Maßnahmen werden nur selten erforderlich. 

Endovaskuläre Untersuchungsbeispiele



Abbildung 1
 zeigt eine aneurysmatische Aufweitung der Bauchschlagader unter Mitbeteiligung der Nierenarterien. Durch den Einsatz einer speziell angefertigten Gefäßprothese mit 2 Aussparungen für die rechte und die linke Nierenarterie wurde somit eine zuverlässige und sichere Ausschaltung der Gefäßaufweitung erreicht.
 
Abbildungen 2 und 3 zeigen die Ausschaltung einer Brustschlagaderaufweitung durch endovaskuläre Prothesen - bei der zweiten Abbildung handelt es sich um einen jungen Patienten, dessen Aneurysma nach einem Verkehrsunfall durch den Aufprall des Brustkorbes auf das Lenkrad entstanden ist.

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